Neurophysiologische Entwicklungsförderung (NDT/INPP)®
Der jüngste Zweig im Ponygarten hat nichts mit den Ponys oder dem Reiten zu tun. Leider gibt es Situationen, wo die therapeutischen Maßnahmen wie Hippopädagogik, Psychomotorik oder Ergotherapie nicht die entscheidende Veränderung bringen. Man hat das Gefühl, da gibt es noch etwas, an das wir hier nicht herankommen. Es sind die tieferen Regionen im Gehirn. Die genannten Maßnahmen arbeiten sozusagen im ersten Stock (Nachhilfe ist unter dem Dach, im Oberstübchen, dem bewussten Denken, angesiedelt), aber das Fundament bleibt unberührt und stört oder hindert das Kind in seiner Entwicklung. Das Fundament sind die tieferen, älteren Regionen im Gehirn mit Funktionen, die das Neugeborene schon mitbringt: Die Frühkindlichen Reflexe. Sie helfen dem Kind bei der Geburt, sichern das Überleben und bahnen die ersten Bewegungsmuster sowie die willkürliche Bewegung an. Aber wenn sie ihren Dienst getan haben sollten sie verschwinden. Bleiben sie bestehen, hindern sie die Entwicklung des Kindes, indem sie immer wieder auf bestimmte Reize, z.B. die Drehung des Kopfes eine ungewollte, ja unpassende Reaktion des Körpers hervorrufen. in diesem Fall die Streckung der Gliedmaßen auf der Gesichtsseite und die Beugung auf der Hinterhauptsseite. So wird bei jeder Kopfbewegung die Körperspannung "verstellt", das Gleichgewichtsystem kann keine gute Balance ausbilden, denn der Körper kann nicht angemessen reagieren, wenn jedes Mal der Reflex dazwischen funkt. Die Augenmuskeln, die sich ab dem 6. Monat auf die Weitsicht einstellen sollen, bleiben der Armlänge verhaftet, denn das war die Sicht auf den sich streckenden Arm der ersten 6 Monate. Das Schulkind später tut sich schwer beim Abschreiben, dreht das Blatt, hat eine schlechte Schrift und eine schlechte Haltung, ist nicht gut im Sport, denn seine Körperkoordination ist schlecht, usw. So macht jeder fortbestehende Reflex seine speziellen Probleme, denen aber eins gemeinsam ist: Er macht dem Kind das Lernen in der Schule schwer.
Das Institut für Neurophysiologische Psychologie (INPP) in Chester hat diese Zusammenhänge erforscht und ein Übungsprogramm entwickelt, das dem Gehirn eine zweite Chance gibt, die Reflexe ausreifen zu lassen und sie zu integrieren.
Als Neurophysiologische Entwicklungsförderin bin ich in der Lage nach Anamnesegespräch und Diagnostik zu beurteilen, ob persistierende Reflexe die Entwicklung des Kindes behindern. Entsprechend der Diagnose wird für das Kind ein Bewegungsprogramm erstellt, das es jeden Tag meist mit der Mutter üben muss. Es sind einfache Bewegungen, keine Gymnastik, von ca.5-15 min täglich. Alle 6-8 Wochen kommt das Kind zur Kontrolle und bekommt eine neue Übung. Die gesamte Behandlung dauert 12 bis 18 Monate.
Weitere Informationen unter www.inpp.de
Zum Weiterlesen: Sally Goddard: "Greifen und Begreifen" vak Verlag (eher wissenschaftlich) oder Sally Goddard: "Warum ihr Kind Bewegung braucht" vak Verlag (eher für Eltern).
Zur Neurophysiologischen Entwicklungsförderung
INPP
Neurophysiologische Entwicklungsförderung
Hippopädagogik
-Motopädagogik mit dem Pferd
Motopädagogik ist Lernen durch Bewegung. Bewegung ist der Ausdruck des Lebens. Ohne Bewegung ist Entwicklung nicht möglich.
Hippopädagogik® fördert durch gezielte Bewegungsangebote die Entwicklung des Kindes. Die motorischen Fähigkeiten werden erweitert, die Wahrnehmung wird gefördert und es werden neue soziale Erfahrungen gemacht.
Das Kind setzt sich mit den Bewegungsaufgaben auseinander und erweitert so seine Handlungskompetenz.
Hippopädagogik ist in besonderer Weise kindgerecht: Es macht den Kindern große Freude, spielend mit dem großen, weichen und freundlichen Tier umzugehen. Aus neurophysiologischer Sicht bietet das Pferd eine einzigartige dreidimensionale Bewegungsqualität, die das Zentralnervensystem stimuliert.
Wer kann teilnehmen?
Kinder- alle Kinder, die Spaß daran haben, in spielerischer Weise mit dem Pferd und anderen Kindern umzugehen.
Kinder, die eine besondere
Förderung benötigen:
Entwicklungsverzögerung
Wahrnehmungsstörung Teilleistungsstörungen Verhaltensauffälligkeiten
Die Freude am Pferd ist Voraussetzung.
Man bewegt sich
man wird bewegt
man ist bewegt.
Konzept
DER PONYGARTEN
HIPPOPÄDAGOGIK®
NEUROPHYSIOLOGISCHE ENTWICKLUNGSFÖRDERUNG (INPP/NDT)
INGE MOSHASHAI
Informationen über Hippopädagogische Angebote
Hippopädagogik ist eine junge Disziplin innerhalb der Motopädagogik. Mithilfe des Mediums "Pferd" soll es dem Kind oder dem Erwachsenen ermöglicht werden, seine motorische, perzeptionelle oder soziale Kompetenz zu erweitern. Die Hippopädagogik arbeitet nach motopädagogischen Grundsätzen. Das Klientel sind Kinder und Erwachsene mit psychischen oder physischen Störungen und Defiziten.
Reitend wird das Pferd als Vermittler von Bewegung erlebt. Die Bewegung vollzieht sich in allen drei Dimensionen und kann in dieser Weise von keinem noch so ausgeklügelten Gerät nachvollzogen werden. Die durch das Pferd vermittelte Bewegung stimuliert das Zentralnervensystem, so dass in effektiver und für den Reitenden sehr angenehmen Weise neue Bewegungsmuster angebahnt und neue Bewegungsqualitäten erlebt werden können. Die dreidimensionale Bewegung auf dem weichen, warmen Pferd weckt embryonale und kleinkindhafte Erinnerungen und ermöglicht das Nachholen der Basiserfahrung des geborgenen Getragenwerdens. Der Reitende wird bewegt, bewegt sich und ist innerlich bewegt.
Spielend um das Pferd herum mit anderen Kindern oder handelnd im Zusammenhang mit dem Pferd wird das Pferd als großes Kuscheltier oder als Partner wahrgenommen. Das Pferd drängt sich nicht auf und es akzeptiert den Menschen, wie er ist. Das Pferd dient nicht nur als Vermittler von Bewegungserfahrungen, sondern auch als Sozialpartner. Die Kontaktaufnahme zum Pferd gelingt auch Erwachsenen oder Kindern mit wenig Sozialkompetenz, da das Pferd nicht, und vor allem nicht verbal fordert.
Bewegung und Wahrnehmung sind die Voraussetzung für die Entwicklung schlechthin. Bewegung und Wahrnehmung als einander bedingende Prozesse sind nicht voneinander zu trennen. Die Hippopädagogik will Entwicklungsprozesse durch die Arbeit an Bewegungsmöglichkeiten und Wahrnehmungsleistungen in Gang setzen und erweitern. Das innere "Bewegtsein" sowie die vertiefte Wahrnehmung des eigenen Körpers erweitern die Ich-Kompetenz des Menschen; eine wichtige Voraussetzung zur Lebensbewältigung für Erwachsene und Kinder mit psychischen Störungen oder Entwicklungsrückständen.
So ist es möglich, mithilfe der hippopädagogischen Arbeit, Entwicklungsprozesse im physischen, wie auch im psychischen Bereich zu initiieren und fortzuführen.
Im "Ponygarten" besteht für Kinder die Möglichkeit, in Einzelarbeit, Spielgruppen, in hippopädagogischen Voltigiergruppen oder durch das Angebot "spielend reiten -reitend spielen" eine geeignete Fördermöglichkeit zu erhalten.