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Das Ungeborene
Psalm 139 1-5 und 13-16
In der Bibel lesen wir vom Schöpfergott und wir bekennen ihn als unseren Schöpfer im Glaubensbekenntnis.
Gott sah uns, als wir noch nicht bereitet waren. Er erhob seine Augen zu uns hin. Er begann eine Beziehung als der Mensch sich noch nicht als Mensch wahrnahm.
Das ungeborene Kind antwortet schon im Alter von 5 Wochen auf einen Berührungsreiz, indem es sich zurückzieht. Es ist 8mm groß.
Schon in diesem Alter sind die Gehirnanlagen gebildet, es könnte  sonst nicht reagieren.
Mit 6 Wochen, 12mm groß, ist die Vorstufe für den Bereich im Gehirn geschaffen, in dem Gefühle entstehen und gespeichert werden. Das Wachstum geht weiter und in der 18. Woche ist die Neubildung der Nervenzellen fast fertig. Das heißt, das ungeborene Baby ist schon im Mutterleib in der Lage, Gefühle zu haben und zu speichern. Das geschieht ganz ohne das Zutun des Großhirns, also ohne Willen und Bewusstsein.
Welche Gefühle mag das kleine Baby empfinden? Die der Mama natürlich.
Aber auch die des Papas - nämlich seines Papas im Himmel, der es sieht und begann es zu  lieben, bevor es bereitet war.
Diese Gefühle, diese erste Beziehung des Menschen zu Gott sind abgespeichert im Gehirn, ganz unabhängig von Wollen und Denken.
So ist es möglich, dass vollkommen außerhalb des bewussten Denkens oder Wollens eine Beziehung zu Gott vorhanden ist.
So ist es möglich, dass Babys - geboren oder ungeboren - eine Beziehung zu ihrem Schöpfer haben können.
So ist es möglich, dass der Psalmbeter in Psalm 8 spricht " aus dem Munde der jungen Säuglinge hast du dir eine Macht zubereitet."
 
Gerechtigkeit
 
Wahrscheinlich gab es auf der Erde noch nie gleiches Recht für jeden Menschen. Ob man Gerechtigkeit vielleicht besser anders definieren sollte?
Gerecht ist, wenn jeder bekommt was er verdient?  Natürlich ist auch hier ein Pferdefuß, denn jeder hat eine andere Ansicht darüber, was er oder der andere verdient. Verdienen  ist ja auch so eine Sache, warum verdienen Frauen für die selbe Arbeit weniger, warum kriegen die Ossis weniger als die Wessis?
Und "bekommen was man verdient"  ist die andere Sache. Was bekommt ein Reicher, Einfluss-Reicher für seinen Verdienst? Natürlich mehr als der Ottonormalverbraucher, wesentlich mehr. Denn mithilfe von Beziehungen und Machtspielen bekommt der Einflussreiche natürlich Prozente, Rabatte, Nachlässe und Werbegeschenke.
Und was heißt hier und dort natürlich?
In der Natur ist alles ganz anders. Hier zählt die natürliche Selektion, Glück, Zufall und das menschliche Eingreifen. 
Zurück zur Definition. Gerechtigkeit  könnte bedeuten, wenn jeder  Mensch die gleiche Chance hätte. Jeder weiß, dass es Chancengleichheit nicht gibt.
Gerechtigkeit sollte nicht im Zusammenhang mit "gleich"  benutzt werden. Wir alle sind nicht gleich, wir haben nicht die gleichen Chancen, nicht das gleiche Recht, nicht den gleichen Verdienst, nicht die gleiche medizinische Behandlung, nicht den gleichen genetischen Code.
Wollen wir überhaupt gleich sein?  Nein, sicherlich nicht. Wir wollen Individuen sein. Wir wollen aber auch nicht, dass der andere bevorzugt wird.
Wäre es nicht sinnvoller darüber zu reden, ob nicht doch der Neid  die Ursache allen Übels ist? Ist es nicht der Neid, der uns über Ungerechtigkeiten zürnen lässt? Oder doch das Mitleid?
Oder gibt es ein Gerechtigkeitsgefühl, das dem Menschen sagt, er würde zur Gerechtigkeit beitragen, wenn er keine Produkte aus Massentierhaltung kauft, keine Kleider, Spielsachen oder Teppiche, die von Kindern produziert wurden und dafür sorgt, dass sein Energieverhalten nicht zur Klimaerwärmung beiträgt?
Eher nicht, dann eher der Neid.
Immerhin hat jeder das Recht, neidisch zu sein. Dafür gibt es keine Gesetze und Reglements, die Menschen ungerecht einschränken.
Gerechtigkeit scheint woanders zu liegen, als in Gleichheit, Gleichbehandlung oder Chancengleichheit. Gerechtigkeit sollte mit dem Begriff Individualität, Einzigartigkeit oder Anerkennung der menschlichen Grenzen  verknüpft werden.
Menschen sind fehlbar, sehr fehlbar. Es gelingt keinem Menschen, seine Mitmenschen bedingungslos zu akzeptieren, ihnen in jeder Lage gerecht zu werden. Niemand sollte dies von anderen verlangen schon allein deshalb nicht, weil er es auch nicht kann.
Man kann dem anderen nur gerecht werden, wenn man selbst und sein Gegenüber akzeptiert, dass Menschen begrenzt, fehlbar und  auch voller Rätsel sind.
Es ist die Gerechtigkeit des offenen Herzens, eine Gerechtigkeit, die nicht stupide von Gleichheit redet, sondern differenziert, offen und verletzlich  die Würde des Geschöpfes sieht. Das ist eine Gerechtigkeit, die nicht "entweder- oder" sagt, sondern "sowohl als auch". Das ist die Denkweise der Bibel, die das "Sowohl- als auch" kennt. Die akzeptiert, dass der allmächtige Gott sagt, "ich bin gnädig, wem ich gnädig bin und ich erbarme mich über den, über den ich mich erbarme". Gott handelt individuell, Gott hat für jeden Menschen einen einzigartigen Plan.  Er sagt: "Ich bin der ich bin" und gesteht dies auch seinen Geschöpfen zu. Er ist der Gott der sagt: "Ich habe meine Arme den ganzen Tag ausgestreckt nach einem ungehorsamen Volk." Das ist Gerechtigkeit.
 
 
 
 
 
 
 
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