Hallo, hier seht ihr uns, die Hauptakteure dieser show!
Hier hält uns Joel fest. Das ist der Kleine der Familie, aber wehe,
wenn der am Reiten ist. Dann muss unsere Chefin, die Inge, Stangen holen,
weil Joel so gerne springt. Natürlich mit mir. Ich habe mich noch nicht
vorgestellt? Ich bin Sally. Auf dem Foto gucke ich grad ein bisschen trüb,
komme ja auch vom Springen mit dem kleinen Buben. Der kleine Scheckige
ist Benni, und der Große, der so tut, als würde er interessiert in die Kamera
gucken ist Levi, mein bester Freund.
Wir drei leben bei Inge, direkt am Haus, da ist sie immer gleich bei uns, wenn
wir was brauchen. Sie ist ja total pingelig mit uns. Sie kann keinen dreckigen
Stall leiden und auch keine eingesperrten Pferde. Deshalb mistet sie dauernd
unseren Offenstall. Da können wir rein und rauslaufen, wie es uns passt. Das
ist natürlich toll. Wir Pferde sind Fluchttiere und bekommen schnell Angst und
wollen dann weglaufen. Saublöd, wenn man dann eingesperrt ist. Deshalb
sind unsere Kumpels in den Boxen so genervt oder so fertig. Aber die Turnierreiter
wollen das doch so. Sie sagen, die Pferde müssten doch Pfeffer haben. Aber nicht
alle sind so. Manche lassen ihre Pferde ganz viel raus. Wir Pferde sind eben
Bewegungstiere. In der Box werden wir viel schneller krank. Manche unserer
Freunde müssen sogar angebunden im Ständer stehen. Dabei ist das
inzwischen verboten!!
Wir drei haben aber auch einen Beruf, wie die Turnierpferde. Wir sind Therapiepferde.
Kinder reiten und turnen auf uns oder Inge macht irgendwelche Spiele mit ihnen
oder sie lernen reiten. Für Spiele ist Levi der Spezialist. Der lernt die Spiele sofort
und spielt mit. Ich mache lieber andere Sachen. "Fressen". Nein, ich bringe den
Kindern das Reiten bei und mache das Voltigieren.
Benni läuft gerne mit Kindern draußen spazieren. Spiele macht er auch gerne.
Er freut sich, wenn die Kinder sich freuen. Benni hat leider ein Sommerekzem,
das ist eine Allergie auf Kriebelmücken. Dann juckt und scheuert er sich und
ist am liebsten im Stall. Inge rennt dann dauernd um ihn rum und schmiert
und sprüht. So ein Theater - und mich kümmert sich keiner!
Aber der Benni hatte es auch schwer. Als er zu uns kam, sollte er eigentlich
zum Schlachter. Er war als Beistellpony nicht mehr notwendig und hatte große
blutige Flecken vom Ekzem und war deshalb nicht zu verkaufen. Und er war
total fertig mit der Welt. Er wollte von niemand mehr etwas wissen. Die Inge
hat das aber fein hingekriegt, man sieht auch im Sommer fast nichts mehr.
Und er ist ein ganz lustiger, lieber Kerl geworden. Inge sagt immer, man muss
halt Geduld haben. Hat sie mit mir auch gehabt. Ich fand Menschen total blöd,
aber jetzt mag ich manche ganz gerne.
Jetzt habe ich genug erzählt. Ich muss mich schließlich wieder um's Fressen
kümmern. Levi will auch noch mit mir spielen.